Selektive Wahrnehmung – weitere Fortsetzung

Der folgende Beitrag erschien ursprünglich am 13.12.2012 auf dem Vorgängerdomain.

Aktualisiert 2015 und Ende 2019.

Manchmal sagen Bilder mehr als 1.000 Worte.

Die beiden folgenden Videos sind gute Beispiele für selektive Wahrnehmung – hier mit positivem Effekt. Die Art wie man den Menschen wahrnimmt wird jeweils durch Zusatzinformationen radikal geändert.

Insbesondere in dem Video über Emmanuel (9 Minuten) kann man sogar gleich drei Phasen durchleben: Die zweite Phase beginnt mit der Frage nach seinem Alter – die Antwort löst sichtbar und nachvollziehbar viele Emotionen aus (mein Lieblingsmoment ist die Sekunde der Unsicherheit nach dem ersten Antwortsatz auf diese Frage, bevor dann die Erklärung kommt). Und die dritte Phase beginnt nach der Auswahl seines Liedes.

Beim zweiten Video ist es ganz ähnlich und doch wieder ganz anders. Aber auch hier sieht man sehr eindrucksvoll wie sich Einstellungen dadurch ändern können, dass bestimmte „Zusatzinformationen“ bekannt werden. Hier ist meine Lieblingsstelle deshalb die Selbsterkenntnis der Jury. (irgendwann bei 4:16 und danach – „biggest wake-up-call ever“). Wie viele Menschen das beeindruckt hat, sieht man auch an der Zahl der Aufrufe: Diese liegt bei mehr als 90 Millionen – so viele waren es beim ersten Schreiben dieses Beitrags. Inzwischen sind es mehr als 170 Millionen (14.10.2015). Und am 29.11.2019 liegt die Zahl bei 240 Millionen.

Hier sind die beiden Links – beide gehen in jeweils neuen Fenstern oder Tabulatoren auf:

Hier ist der Link zum ersten Video: Emmanuel.

Und zum zweiten Video: Susan Boyle.

Für unser Thema bedeutet das: Bevor Sie einem anderen Menschen erzählen, dass Sie Parkinson haben – überlegen Sie gründlich. Denn eins ist auch klar: man kann eine stille Reserve nur einmal auflösen. Und man kann in der gleichen Weise eine einmal gegebene Information nicht mehr „zurückholen“.  So wie positive Informationen Karrieren beflügeln können (Susan bekam später ihren Traum erfüllt, vor der britischen Queen singen zu dürfen), so kann es im kritischen Fall andersherum gehen.

Und beide Videos zeigen noch etwas anderes sehr wichtiges: Man kann nicht alles sehen – auch wenn Sie Emmanuel gesehen haben, wissen Sie trotzdem noch nicht seine Geschichte. Die Erfahrung lehrt – Menschen nehmen Parkinson meistens nicht gut wahr, weil sie ihn nicht kennen. Nutzen Sie das für sich.

Also: Freuen Sie sich über die Videos, aber lernen Sie auch daraus. Dann freuen Sie sich noch mehr! Und so soll es sein.