L-Dopa-Wirkungstuning für Fortgeschrittene

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Sie haben sich vielleicht gefragt, wieso sich dieser Beitrag an „Fortgeschrittene“ wendet. Mit diesem Begriff ist hier folgendes gemeint: Ihr Parkinson ist bereits soweit fortgeschritten, dass er die Verdauung beschwerlich macht. Sie nehmen deshalb mehr oder minder regelmäßig ein Abführmittel. Typische Mittel zur Vermeidung der Verstopfung sind Parkolax, Movicol oder Macrogol.

Ich möchte hier ein ganz einfaches Verfahren beschreiben, das die L-Dopa-Wirkung verbessert, indem die Einnahmezeit des Abführmittels geändert wird.

Bitte beachten Sie: Keine Maßnahme ohne Rücksprache mit Ihrem Neurologen! Ich stelle hier nur meine eigenen Erfahrungen und Überlegungen dar. Was für mich funktioniert, muss nicht zwingend für Sie passend sein. Und meine Erklärungsversuche könnten Humbug sein.

Vorangegangen waren bei mir einige Wochen, in denen ich feststellen musste, dass ich nach dem Mittagessen für einige Stunden ziemlich unbeweglich war. Und dabei war es praktisch egal, in welchem zeitlichen Abstand vor oder nach dem Essen ich L-Dopa nahm. Natürlich wusste ich: Spätestens 30 min vor oder frühestens 2 Stunden nach dem Essen soll L-Dopa eingenommen werden. Ansonsten verpufft dessen Wirkung sehr schnell oder aber sie tritt gar nicht erst ein. Aber die Einhaltung dieser Regel half mir nicht mehr gegen die Unbeweglichkeit.

Da erinnerte ich mich an eine Aussage meiner Neurologin: Ohne Verdauung keine Resorption. Der Verdauungsapparat muss also arbeiten, damit die Medikamente ins Blut übergehen und somit ins Hirn gelangen können,

Dies funktioniert umgekehrt als Teufelskreis: Liegt die Verdauung darnieder, kann das Hauptmedikament, das jegliche Bewegung innerhalb des Körpers möglich macht, nicht richtig zur Wirkung kommen.

Nun war meine Idee die folgende: Die Verdauung kann ich auch mit dem Abführmittel „antreiben“. Also verlegte ich die Einnahme des Abführmittels auf nach dem Mittagessen.

Und es funktionierte: Mein Nachmittagstief – also das Off nach dem Essen – verschwand fast gänzlich. Das ist wirklich geschenkte Lebenszeit.

Denkbare Varianten: Nicht den Einnahmezeitpunkt des Macrogols verändern, sondern dessen Einnahme aufteilen (50% nach Frühstück, 50% nach dem Mittagessen), oder einen zusätzlichen Beutel nehmen.

Die Grundidee ist ja immer die gleiche: Das Abführmittel sorgt für „Bewegung“ der Verdauungsmuskulatur – zusätzlich und vor allem: unabhängig vom L-Dopa. Und der Verdauungsapparat wiederum wird benötigt für ein gute L-Dopa-Wirkung.